von Anne-Marie Keller, k+k Akademie

Was ist eigentlich Design Thinking?

In der k+k Akademie wird ganz nach dem Motto „Kreative Köpfe statt starrer Strukturen“ gearbeitet. So bekommen wir Studenten die Möglichkeit unsere Kreativität und unser Innovationsstreben im Rahmen von spannenden Projekten auszuleben und uns immer neuen Herausforderungen zu stellen.

Passend dazu habe ich die Möglichkeit erhalten an einer externen Schulung, die das unternehmerische Denken und Handeln im Unternehmen fördern soll, teilzunehmen. Durchgeführt wurde das dreitägige Seminar von der bwcon, einer privaten Wirtschaftsinitiative zur Förderung des Innovations- und Hightechstandortes Baden-Württemberg. Dabei wurde uns jeden Tag eine andere Methode (Design Thinking, Effectuation und Lean Start Up) vorgestellt, die wir in Teams direkt anwenden konnten.

Die Methode

Für die Generierung von neuen Ideen, die sich am Nutzer orientieren, sowie das Lösen von komplexen Problemen, bietet sich vor allem die Methode Design Thinking an. Die Methode wurde von David Kelley, Terry Winograd und Larry Leifer konzipiert. Anders als bei anderen Methoden steht nicht die technische Lösbarkeit im Vordergrund, sondern der Nutzer und seine Bedürfnisse. Design Thinker schauen aus der Sichtweise des Nutzers auf das Problem und nehmen dadurch die Rolle des Anwenders ein.

3 Komponenten des Design Thinking

Für den Erfolg sind maßgeblich drei Komponenten entscheidend: multidisziplinäre Teams, variable Räume und der Design-Thinking-Prozess. Die Teams sollten aus 5-6 Personen zusammengesetzt sein. Die Personen sollten unterschiedliche Kompetenzen und Interessen mitbringen, um im Team kreativ arbeiten zu können. Wichtig ist es einen Raum zu schaffen, in dem der Kreativprozess optimal realisiert werden kann. Dazu gehört ausreichend Platz für Whiteboards und Präsentationsfläche sowie Materialen zur prototypischen Gestaltung von Ideen wie z.B. Bilder, Knete oder Stoffe.

Das Design Thinking Modell unterscheidet den Problemraum von einem Lösungsraum, die nacheinander bearbeitet werden. Im Problemraum dreht sich zunächst alles um das zu untersuchende Problem. Der Problemraum schließt mit einem Nutzerstandpunkt ab, der als Grundlage für den Lösungsraum dient. Der Lösungsraum beschäftigt sich mit Lösungen für das zuvor entwickelte Problem und schließt mit einem Prototyp ab.

Die 6 Phasen

Der Design-Thinking-Prozess besteht aus sechs Phasen. Die ersten 4 Phasen werden dem Problemraum zugeordnet und die letzten 2 Phasen dem Lösungsraum.

Am Anfang des Prozesses steht zunächst das ungelöste Problem. Um ein Problem zu finden, empfiehlt es sich nach Bedürfnissen und Problemen aus dem eigenen Alltag zu suchen und diese zu sammeln.

In der ersten Phase dem „Verstehen“ geht es darum, das Problem genauer zu betrachten. Was assoziiert man mit dem Problem? Gibt es Unterkategorien zu dem Problem? Was sind wichtige Merkmale?

Als nächstes geht es in der Beobachtungsphase darum, Nutzer zu befragen und neue Erkenntnisse zum Thema zu sammeln. Dafür eignen sich besonders offene Interviews, um den Nutzer zum Denken anzuregen. Im Anschluss werden die Ergebnisse in der Interpretationsphase geordnet, um die neu gewonnenen Erkenntnisse für den weiteren Verlauf nutzbar zu machen.

Der Point of View fasst den Nutzerstandpunkt nochmals zusammen. Mit dem Nutzerstandpunkt wird der Problemraum, also die Recherche und Bewertung, geschlossen.

Bei der Ideengenerierung geht es darum, Ideen zu finden, die zu dem erarbeiteten Nutzerstandpunkt passen. Dafür gibt es viele verschiedene Methoden wie Ideen-Mind-Map, Ideenturm oder Ideen-Visualisierung.

Als Letztes wird noch ein Prototyp der Lösungen und Ideen erstellt. Dadurch sollen die Lösungen und Ideen möglichst früh sichtbar gemacht werden, damit die potentiellen Nutzer diese frühzeitig testen und Feedback geben können.

 

Fazit

Das Wichtigste, das ich aus dem Workshop mitgenommen habe, ist, sich nicht von den eigenen Annahmen leiten zu lassen, sondern sich in die Sichtweise des Nutzers hineinzudenken und diesen zu befragen, um daraus die tatsächlichen Bedürfnisse zu erkennen. Außerdem ist es wichtig, oft und früh zu scheitern, um die Kosten gering zu halten und aus den Fehlern frühzeitig zu lernen. Design Thinking ist somit keineswegs linear, sondern ein Prozess bei dem immer wieder Ideen verworfen und neue Ideen, aufbauend auf vorherigen Ideen, entwickelt werden.

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