von Olaf Schmidt, Geschäftsführer, k+k information services GmbH

Mehr als nur Technik: Künstliche Intelligenz, Blockchain und IoT- Drei Megatrends begegnen sich

Alle drei Technologien haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt und sind jede für sich genommen ein Megatrend. Eines der größten Hemmnisse für die flächendeckende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) oder dem Internet der Dinge (IoT) sind die Sicherheitslücken des heutigen Internets.

Die Blockchain-Technologie ist in der Lage das Sicherheitsproblem zu lösen und das Internet von Grund auf neu zu definieren. In 2018, so sieht es aus, wachsen die Technologien zusammen. Auf den Hype folgt die Konvergenz. Wie ein Zusammenspiel aussehen kann, zeigen immer mehr Initiativen wie z. B. Ocean Protocol, Bottos und Thought oder SingularityNET. Manch einer redet schon von Industrie 5.0.

Datenriesen unserer Zeit – die Ausgangslage

Heute besitzen die globalen Datenkonzerne wie Google, Facebook, Amazon, Baidu und Alibaba unglaubliche Mengen an Verbraucher- und Sensordaten. Aufbauend auf diesem Datenpool generieren diese Unternehmen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz kontinuierlich neue Geschäftsmodelle. Für den einzelnen Nutzer der Services dieser Daten-Unternehmen ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Daten, in welcher Form, zu welchem Zweck und wo gespeichert sind. Geschweige denn, wem die Daten zur Verfügung gestellt werden, auch die in EUROPA geltende DSGVO wird daran nichts ändern.

Wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Autos und Geräte, die an das Internet angeschlossen werden, weiter zunimmt, steigen die Daten exponentiell an, Forscher gehen in 2025 von dem unglaublichen Datenvolumen von 163 Zettabytes (163 Trilliarden) aus. Fakt ist, das Rennen um die Daten hat längst begonnen und wird weiter zunehmen.

Auszug: Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie

Auf Basis der Blockchain-Technologie hat man die Möglichkeit manipulationssichere und robuste Datenbanken zu erstellen, die nur von berechtigten Instanzen gelesen und aktualisiert werden können. Das bedeutet, dass die Blockchain idealerweise dazu geeignet ist, um hochsensible, persönliche Daten zu speichern. Wenn die in der Blockchain gespeicherten Daten dann noch intelligent verarbeitet werden, kann das großen Mehrwert und Komfort in unser Leben bringen. So ist es zum Bespiel möglich ein intelligentes Gesundheitssystem aufzubauen, in dem alle Diagnosen und Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden. Die KIs können Diagnosen besser unterstützen, indem sie die historischen Daten mit den aktuellen über IoT zur Verfügung gestellten Daten abgleichen und interpretieren.

Die Blockchain-Technik ist in der Lage vier der wesentlichen Probleme zu lösen:

  1. Die Daten sind verschlüsselt
  2. Blockchain-Protokolle bieten Manipulationssicherheit durch weltweite (öffentliche) Register
  3. Daten und Modelle können wie geistiges Eigentum verwendet und gegebenenfalls monetarisiert werden
  4. Man ist in der Lage die eigenen Daten zu kontrollieren

 

Wie arbeiten KI, IOT und Blockchain zusammen?

Nach Jahren des Hypes scheinen sich die Technologien anzunähern. Die Blockchain-Technik löst dabei eines der grundlegenden Probleme des Internets von heute ­­– die Sicherheit.

Daten, die in einer Blockchain gespeichert sind, gelten durch die kryptographische Verkettung als sicher. Die Blockchain-Datenbanken halten alle Informationen in einem verschlüsselten Zustand. Das bedeutet, dass nur die privaten Schlüssel - einige Kilobyte Daten - sicher aufbewahrt werden müssen, damit alle Daten in der Blockchain sicher sind.

Damit eine KI in der Lage ist Muster zu finden und auszuwerten, ist es notwendig große Mengen an Daten für das Trainieren der Algorithmen bereitzustellen. Vielen Unternehmen oder einzelnen Personen ist es nicht möglich die benötigte Datenmenge zu erzeugen beziehungsweise zu beschaffen. Hier kommt die Blockchain ins Spiel. Die Blockchain-Technologie ermöglicht die komplexe Verwaltung der Datenrechte und eine sehr granulare Kontrolle der Zugriffe auf der Basis von Smart Contracts. Somit kann eine Vielzahl von Sicherheitsaspekten wie Einwilligung zur Datennutzung, unklare Datenhoheit, Datenintegrität oder Benutzerauthentifizierung gelöst werden. Die KIs sind unter Zuhilfenahme der Blockchain in der Lage Daten, die an verschiedenen Orten abgelegt sind, zum Lernen zu verwenden, ohne dass diese bewegt und zusammengeführt werden müssen.

Das IoT ist Datenlieferant, Datennutzer und Schnittstelle zugleich. Die Idee: alle Dinge über das Internet zu vernetzen, um physische und virtuelle Dinge zu verbinden und zusammen arbeiten zu lassen. Wie z. B. eine implantierte, mit dem Internet verbundene Insulinpumpe, die von intelligenten Algorithmen einer KI gesteuert werden, oder dem Kühlschrank, der eigenständig Bestellungen auslöst. Durch IoT ist jedes angeschlossene Gerät ein möglicher Einstiegspunkt für potentielle Angreifer. Und wenn zusätzlich eine KI Entscheidungen für die Benutzer trifft, sind die Risiken gigantisch. Die Blockchain bietet die Möglichkeit über die Smart Contracts die Datentransaktion zwischen KI und IoT abzusichern und vor Manipulationen zu schützen.

Aktuelle Anwendungen und Projekte

Eines der herausforderndsten und ambitioniertesten Projekte ist das SingularityNet. Das SingularityNet soll eine Art Handelsplattform für KI-Dienste werden, auf der Anwender KI-Leistungen einkaufen und verkaufen können. Ziel ist es, um spezifische Anordnungen erfüllen zu können, die KIs zu kombinieren. Die einzelnen KI-Systeme sollen sich über die Verknüpfung mit den andern so auszutauschen lernen, dass die Fähigkeiten so kombiniert werden, dass Anforderungen immer besser erfüllt werden. In der Endversion soll es nur noch notwendig sein eine Anforderung zu definieren und das SingularityNet stellt die optimale Kombination der Algorithmen zur Verfügung.

Die Verträge (Smart Contracts) zwischen den Anbietern und Anwendern werden durch ein Blockchain-System kontrolliert, verwaltet und von den KIs eigenständig ausgehandelt. Plan ist es über diese Plattform jedem den Zugang zu Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen und so den KI-Markt und die Datenverwendung zu demokratisieren und damit die Macht der großen Konzerne zu begrenzen. Es soll verhindert werden, dass ein einzelnes Unternehmen den KI-Markt kontrolliert oder eine Super-KI schafft oder besitzt.

Ein erstes Beispiel, wie KIs zusammenarbeiten können, wurde mit der Roboterfrau „Sophia“ von Hanson Robotics eindrucksvoll vorgestellt.

Das Münchner Start-up Shivom nutzt den Blockchain-Mechanismus für den sicheren Austausch von Daten, um in einer KI einen umfassenden Datenpool für Genomdaten zu schaffen. Und der KI-Teil nutzt eine Reihe von Algorithmen, um von den dauerhaft in den Datenpool gespeicherten Daten zu lernen. Diese Daten können dann z. B. für die Arzneimittelforschung und die Diagnosemedizin genutzt werden. Endanwender wiederum können ihre Live-Daten von diversen Devices oder Wearables einspielen, um frühzeitige Erkrankungen zu entdecken.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht hierbei die Verwaltung der komplexen Datenrechte und die exakte Kontrolle der Zugriffe auf der Basis von Smart Contracts.

Die Realität zeigt: Viele Unternehmer sehen zwischenzeitlich Anbieter aus Industrie und IT als die treibenden Kräfte bei Blockchain-Innovationen. Eine SAP-Studie fordert Unternehmen weltweit dazu auf, Blockchain als ernst zu nehmende Technologie zu akzeptieren. Und die Blockchain-Innovationen entspringen zwischenzeitlich aus den verschiedensten Bereichen. Viele wollen diese Neuerungen der Gegenwart nutzen und glauben an das Voranschreiten in der Zukunft. Das Thema wird somit aktuell bleiben.

Unternehmen müssen sich dieses enorme Potential einerseits und den Wandel andererseits bewusst machen, denn es wird die Branchen komplett verändern.

Wir sind an Ihrer Seite!

Wenn Sie mehr erfahren möchten über Technologien, Risiken und Chancen.

Gratis-Gespräch sichern

Zurück

Einen Kommentar schreiben