von Olaf Schmidt, Geschäftsführer, k+k information services GmbH

IT-Trends 2022

Die Technologie-Trends für das Jahr 2022

Über welche Entwicklungen sich Dein Unternehmen jetzt Gedanken machen sollte

Vor kurzem habe ich ein Post-it® einer Marketingmitarbeiterin an meiner Tür gefunden. „Hallo Olaf, was sind die IT-Trends 2022?“ war dort zu lesen. Hatte ich nicht letztes Jahr einen Vortrag dazu gehalten? In meiner alten Kladde habe ich dann die Notizen gefunden, mit dem Hinweis „Trends 2021, eigentlich wie 2020“. Auch heute sind sie immer noch aktuell. Anlass genug, noch einmal genauer hinzuschauen. Hier also meine persönlichen IT-Trends für dieses Jahr, um die auch Deine Organisation früher oder später nicht drum herumkommen wird. 

IT-Trends 2020 2021 2022

Der verbreitete Einsatz agiler Methoden, sowie die digitale Transformation, sind immer noch die relevanten Wachstumstreiber. So prognostizierte z.B. IDC, dass auf dieser Basis bis 2025 mehr als 500 Millionen neue Anwendungen entstehen werden. 

Dreh- und Angelpunkt dabei: die künstliche Intelligenz.

Über die Trends in der IT, die ich identifiziert habe, habe ich einen LinkedIn Post verfasst. 

Ganz vorne mit dabei: KI, AR, IoT, Big Data und Blockchain

Ja, richtig: Die in der Überschrift genannten Begriffe überraschen mit Sicherheit niemanden mehr. Ich habe bereits mehrfach über diese Themen berichtet. Auch wenn KI, AR und Kollegen wie Evergreens erscheinen, hat sich nichts an den Aussagen darüber geändert, wie relevant sie in den kommenden Jahren sein werden.

Unbestritten ist, dass die Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Sie wird in jedem Bereich des Privat- und Geschäftslebens omnipräsent sein.

Hier meine Prognosen:

  • In den nächsten Jahren werden mehr als 70 Prozent der gesamten IT-Ausgaben in fortschrittliche Technologien wie (C)RPA, Blockchain, Big Data, KI, AR, etc. fließen.
  • Die heute vorhandenen Fachkräfte werden die Anforderungen mehrheitlich nicht abdecken können.
  • In den nächsten Jahren werden automatisierte und KI-gestützte Anwendungen (C)RPA, Cognitive Robotic Process Automation, einen großen Teil der heutigen Bildschirmanwendungen ersetzt haben.
  • Auf Basis von wiederverwendbarem Code, neuen Werkzeugen, die wenig oder gar keine Programmierkenntnisse erfordern und agilen Methoden werden Millionen von neuen Anwendungen entstehen.
  • Die Orchestrierung der verschiedenen Technologien zu einem harmonischen Ganzen wird zu einer Schlüsselkompetenz.

Auch wenn das alles zwar auf den ersten Blick nicht neu klingen mag, so stehen aus meiner Sicht die Unternehmen über die nächsten Jahre vor einer Phase gewaltiger Veränderungen. Die unternehmenseigene IT-Fähigkeit ist ein essenzielles Kriterium für Wachstum und Erfolg. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre IT-Umgebungen praktisch neu erfinden zu müssen, um in einer digitalisierten Welt weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Meine Trends sind (immer noch):

  • Künstliche Intelligenz
  • Datennutzung
  • Internet der Dinge (Internet of Things, IoT)
  • Internet der Verhaltensweisen (Internet of Behaviours, IoB)
  • Augmented Reality
  • Cyber Security
  • Software selber schreiben

 

13 Handlungsfelder für Dein Unternehmen

Aus den IT-Trends 2022 und den damit einhergehenden Veränderungen ergeben sich für Dich als Unternehmer oder Führungskraft folgende Handlungsfelder:

  • Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die KI-Technologie hat ihre Kinderkrankheiten abgelegt und wird zum „Normalzustand“. Mittlerweile geht um die „Industrialisierung“ und „Bewirtschaftung“ von Künstlichen Intelligenzen. Nun kommen Schlagworte wie „Von DevOps zu MLOPs“ oder „Collaborative KI“ auf. Du musst Dir nicht die Frage stellen, ob KI eingesetzt werden soll, sondern in welchen Bereichen Deines Unternehmens die KI zum Einsatz kommt. „Groß und Querdenken“ lautet dabei die Devise.
  • Das Internet of Things wächst weiter. Bis 2026 sollen es 40 Mrd. IoT-fähige Geräte im Einsatz geben. IoT-Geräte sammeln z.B. im Verbund einer Fertigungsanlage zigtausende von Daten in einem kurzen Zeitraum, um bspw. Reparaturen frühzeitig erkennen zu können. Damit die Daten nicht kontinuierlich hin- und her geschickt werden müssen, werden die Daten direkt am Benutzungsort (vor-)verarbeitet. Daher spricht man auch vom Netzwerkrand, der „Edge“. Um diese Daten schnell verarbeiten und analysieren zu können, brauchen die Geräte viel Rechenkapazität. Damit kommt Edge Computing ins Spiel. Beschäftige Dich mit dieser Technologie, wenn Du Daten von einer großen Anzahl an Standorten verwalten und analysieren und die entsprechende Infrastruktur zentralisieren willst.
  • Das Internet of Behaviours versucht zu verstehen, wie, wann und warum Menschen Technologien nutzen, um Kaufentscheidungen zu treffen. IoB gliedert sich in drei Bereiche: Technologie (IoT), Datenanalytik (Edge Analytics) und Verhaltenswissenschaft. Es werden etwa Daten von digitalen Haushaltsgeräten, tragbaren Computern und menschlichen Online-Aktivitäten gesammelt und auf Muster hin untersucht. Hast Du Dich schon mal gefragt, welche Daten an den verschiedenen „Netzwerkknoten“ entstehen, die für Dein Marketing und Deinen Vertrieb zukünftig relevant sein werden?
  • Die Blockchain-Technologie gewinnt an Zuspruch und immer mehr Unternehmen erproben den Einsatz im Rahmen von Pilotprojekten. Bereiche wie etwa der Finanz- und Versicherungssektor, der Energiesektor oder der Mobilitätssektor können schon heute vom Potenzial der Technologie profitieren. Hast Du schon darüber nachgedacht, welche Einsatzmöglichkeiten Du hast?
  • Robotic Process Automation (RPA) wird durch die Erweiterung mit künstlicher Intelligenz in der Lage sein, mit unstrukturierten Daten komplexe Prozesse zu automatisieren. Unternehmen sind aufgerufen, tiefer in die Automatisierung von Geschäftsprozessen einzusteigen. Prüfe welche Prozesse sich eignen und Dir die meisten Ressourcen binden. Wenn lernende Systeme dazukommen, spricht man auch von kognitiver Prozessautomatisierung CRPA.
  • Augmented Reality ist eine reife Technologie, die im Mainstream angekommen ist und jetzt den Markt durchdringt. Sie unterstützt bei der Entwicklung neuer Produkte, der Verbesserung der Kundeninteraktion und bei Schulungen und Service. Es existiert schon eine Vielzahl von Applikationen am Markt, mit denen auch Dein Unternehmen „Digitales und Physisches“ zusammenbringen kann.
  • Big Data, das digitale Gold. Weiterhin nehmen Daten eine zentrale Rolle im Geschäftsumfeld ein, da sie die Grundlage für die neuen digitalen Services, die digitale Transformation und die Wertschöpfung sind. Digitale Zwillinge setzen sich bereits durch. Und Data Goverance ist ein großes Thema. Mit anwachsenden Datenmengen wächst sowohl die Notwendigkeit der Datenanalyse als auch der Wert, den die validierten Daten haben. Welche Schätze gibt es bei Dir zu heben? Wie sicherst Du Deine Datenqualität?
  • Wettbewerb um Talentefür die neuen Technologien. Der Fachkräftemangel wird sich noch einmal verschärfen. Daher ist es zwingend erforderlich, dass Du mit entsprechenden Maßnahmen entgegenwirkst. Das kann von Ausbildung, über Umschulung, Recruiting, Outsourcing, Dienstleister bis Automatisierung reichen.
  • Agile Methoden. Erhöhe z.B. mit dem DevOps-Ansatz die Effizienz sowie Geschwindigkeit Deiner digitalen Innovationen und optimiere so Deine bestehenden Prozesse. Inzwischen sind auch die MLOps und den DataOps Ansätze in den Unternehmen angekommen.
  • Applikationen & Services. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für Dich auf technologischer Ebene? Beantworte zum Beispiel die Frage, ob und in welcher Form sprachbasierte Bots oder Assistenten zur Verbesserung von Deinen Services eingesetzt werden können.
  • Software selbst zu entwickeln, wird immer wichtiger, wenn man die vorangegangenen Punkte betrachtet. Der Fachkräftemangel und die Digitalisierung von Prozessen sind Treiber, die dies notwendig machen. Die Entwicklerwerden immer häufiger durch neue Entwicklungsumgebungen wie Low-Code und No-Code vorangetrieben. Diese modellbasierten Entwicklungswerkzeuge ermöglichen es Dir, in einer viel höheren Geschwindigkeit digitale Lösungen zu schaffen. Achte bei der Softwareentwicklung darauf, dass Du Bestehendes nutzt und zusammenbringst. Bedenke auch immer mit, wie Du Software gut für die Automatisierung einsetzen kannst.
  • Cyber Security. Mit der Zunahme der Digitalisierung nimmt auch die Angriffsfläche für Cyberattacken zu. Es gibt mehr Daten, mehr Geräte, mehr Vernetzung und mehr Risiko. Setze Dich daher jetzt mit Zero Trust Konzepten und DevSecOps auseinander.
  • Stelle Dein persönliches Orchester Über dynamische Schnittstellen und Werkzeuge besteht die Möglichkeit, Dienste und verschiedene Lösungen zu einer individuellen Lösung zu aggregieren, damit Deine unternehmensspezifischen Anforderungen erfüllt werden. Durch die Kombination von verschiedenen Technologien generierst Du den optimalen Nutzen. So hast du auch die Möglichkeit, die im Unternehmen befindlichen Systeme so zu nutzen, dass durchgängige Wertschöpfungsprozesse abbildbar sind und Datenschätze gehoben werden.

 

Fazit

Es ist die Führungsebene, die die Entscheidungen bzw. Voraussetzung schaffen muss, damit das alles funktioniert und die passenden Trends und Entwicklungen für das eigene Unternehmen identifiziert und anwendbar werden. Denn wer weiterhin auf traditionelle Prozesse und veraltete Technologien setzt, hat keine Basis, auf der er seine Zukunft aufbauen kann.

Anders ausgedrückt: Ohne entsprechende Fähigkeiten, keine digitale Transformation. Und ohne digitale Transformation, sehr geringe Chancen, im Wettbewerb bestehen zu können.

 

 

Ursprünglich veröffentlicht am 23.01.2020 und leicht überarbeitet immer noch top aktuell!

Titelbild: © 2022, Olaf Schmidt

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