von kuk-is Blogteam

Gemeindeentwicklung 2.0 – Gärtringen marschiert mit COIN in die Zukunft

Wie Gaertringen mit COIN das Ideenmanagement digitalisiert

Wir treffen immer wieder spannende Menschen in Unternehmen, die kluge Dinge sagen oder tun. Dinge, die sich einbrennen oder inspirieren. Heute erfährst Du alles über das inspirierende Gemeindeprojekt Gärtringen. Anderthalb Jahre beschäftigten sich die Bürger der schwäbischen Gemeinde Gärtringen damit, wie sie ihre Ortschaften voranbringen wollen. Ziel war es, einen Gemeindeentwicklungsplan aufzustellen, der Gärtringen und das eingemeindete Rohrau in die erfolgreiche Zukunft führt. Dank der äußerst hohen Bürgerbeteiligung, einem breiten Angebot an Beteiligungsmöglichkeiten und der innovativen Lösung COIN, konnten ganze 250 Ideen zusammengetragen werden. Einige davon befinden sich bereits in der Umsetzung. Wie das erreicht wurde? Mit unserer Software COIN.

Eine Gemeinde schaut auf das große Ganze

Gärtringen ist eine Gemeinde, die sich der Zukunft verschrieben hat. Und sie wächst! Immer mehr Menschen zieht es hier hin. Das verstärkt natürlich den Ansporn, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Auch auf das große Ganze zu schauen und Innovationen anzustoßen. So gibt es bspw. zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Das Thema Nachhaltigkeit ist für Gärtringen ein sehr wichtiger Aspekt. Nur wer nachhaltig plant, kann auch in Zukunft für seine Bürger attraktiv bleiben. Und es gibt da noch viel mehr Dinge, die man in Zukunft anstoßen will.

Bürgermeister Thomas Riesch bedankte sich unter anderem bei den Teilnehmern Maria Wedekind und Dieter Gerstberger. Sie haben sich intensiv am Projekt beteiligt. Die Beteiligung der gesamten Bevölkerung für eine Gemeinde dieser Größe war bemerkenswert, betonte der Berater Johann Senner (Planstatt Senner). Seiner Erfahrung nach, sei die Beteiligung bei solchen Projekten in kleineren Gemeinden prozentual höher als in den großen/größeren.

720 Personen haben über den gesamten Prozess hinweg mitgemacht. Die Bürger waren sehr interessiert und aufgeschlossen. Die rege Teilnahme erstreckte sich über sämtliche Bevölkerungsgruppen, von jung bis alt war alles vertreten. Bei Bürgerbeteiligungsvorhaben ist es oft herausfordernd, Zielgruppen wie Berufstätige oder Pendler aktiv zu involvieren.

 

Rathaus der Gemeinde Gaertringen
© Gemeinde Gärtringen, 2018 | Die rote Telefonzelle vor dem Rathaus dient als "Bücherflohmarkt" und war auch eine Bürger-Idee.

 

Wie Ideenmanagement die Zukunft gestaltet?

COIN ist eine digitale Ideenplattform, die es dem User ermöglicht, eine Idee mit zwei Klicks einzugeben. Dieser intuitive Prozess war die „Prämisse“ vor Beginn des Projektes. Alles begann mit der Idee des innovativen Ideenmanagements in Zeiten der Digitalisierung: weg vom Papierchaos und den unendlichen Listen auf den Schreibtischen. Unser Projektmanager Daniel Auer entwickelte hierfür ein Konzept, das später auf den Namen COIN getauft wurde.

Basis für das Projekt bildete der Effectuation“-Ansatz. Effectuation beschreibt eine Vorgehensweise zur Lösung von Problemen und zur Entscheidungsfindung, unter Berücksichtigung von Unsicherheit. Dieser Ansatz wird meist bei innovativen Geschäftsfeldern und -modellen gewählt.

Entwickelt wurde COIN nach dem Stage-Gate-Modell von Robert G. Cooper. Dieses Modell wurde speziell für die Optimierung von Innovations- und Entwicklungsprozessen geschaffen. Somit beste Voraussetzungen für den Prototyp. Nachdem unser Konzept geboren war, führte der Weg uns zur Gemeinde Gärtringen, der mit unserer Lösung geholfen wurde. Schnell war klar, dass Projektvision und Umsetzung gut zusammenpassen. Alle Meinungen kamen auf den Tisch und eine weitere 3-wöchige Entwicklungsphase bzw. Spezifizierung des Prototyps wurde erfolgreich finalisiert.

Das Pilotprojekt war optimal, um einen Prototyp in der Praxis zu testen und nützliche Informationen zu erhalten. Gerade in der agilen (Software-)Entwicklung ist das Testen und Überprüfen in der Praxis enorm wichtig. Das Feedback der Nutzer überträgt man dann direkt auf den nächsten Entwicklungszyklus. So schafft man Stück für Stück ein Produkt, das sich wirklich an den Bedürfnissen des Kunden orientiert. Ein super geniales „Win-Win-Win-Projekt“.

Mit Gärtringen konnten wir das COIN-Konzept samt Software-Prototyp in die Praxis bringen. Der erste Schritt zu einer digitalen Ideenplattform war vollbracht.  

Viele Köpfe, viele gute Ideen

Gärtringen gelang es über diverse Angebote insgesamt 250 Ideen zu sammeln. Viele Ideen wurden noch „klassisch“ zusammengetragen mit Stift und Papier. Aber der Ort, an dem letztendlich alle Fäden zusammenliefen war COIN. Hier konnten sich die Bürger direkt austauschen und hatten einen Überblick zu allen Ideen. Mit einem Klick auf das „Herz-Symbol“ in COIN, kann man eine Idee ganz einfach und schnell favorisieren. Diese Funktionen verbessern insgesamt die Transparenz des Ideenmanagements.

Nachdem Zusammentragen zahlreicher Ideen, können ganz einfach wichtige Handlungsleitziele abgeleitet werden. Ein daraus generierter Schwerpunkt, ist bspw. das Projekt „Neue Ortsmitte“. Im Anschluss entwickelte man gemeinsam, mit den Bürgern, konkrete Projekte, um so schnell in die Umsetzung zu gehen.

Die Ideen wurden zunächst priorisiert, dann vorsortiert und in der Klausurtagung des Gemeinderates diskutiert. In der zweiten Runde sind die Bündelungen vorgestellt worden. Durch den Einsatz von COIN ist nun jede Idee dokumentiert und im Gemeindeentwicklungsplan verankert. COIN bietet vor allem Transparenz. Es erlaubt, auf das große Ganze zu schauen. Alles kommt auf den Tisch. COIN vereint Bürger und Gemeinde. Die Gemeinde erkennt so, wann Ideen Potenzial haben, aber auch schwer umsetzbar sind. Realisierungsproblematiken können sofort transparent kommuniziert werden. Dieses direkte Feedback an den Bürger ist die große Stärke der webbasierten Plattform.

 

Benutzer-Oberfläche der Ideenplattform COIN

Der Bürger muss nicht mehr wochenlang auf eine Rückmeldung warten. Ebenso will auch die Gemeinde möglichst effizient zu neuen Ideen kommen. Die Online-Plattform bietet die richtige Umgebung hierfür. Schneller Austausch und direktes Feedback vereinfachen und beleben die Kommunikation zwischen der Gemeinde und den Bürgern.

Das Fazit der Nutzer: COIN hilft

Was gewünscht ist: zunehmend offene Dialoge, Diskussionen und Funktionen, die vorwärtsbringen aber auch verbinden. Und dabei helfen, gemeinsam in eine konstruktive Zukunft zu gehen.

Es ist erstaunlich gut gelungen, die Brücke zwischen digitaler Ideensammlung und „analoger“ Einbindung zu schlagen. Ideen, die durch COIN auf den Tisch kamen, wurden wiederrum durch andere Beteiligungsangebote in die Gemeinde getragen und dort weiter besprochen. 

Der Login sei wohl mit einigen Schwierigkeiten behaftet gewesen, besonders für weniger „digitale“ Bürger. Nachdem sich der User auf der Plattform registriert hat, kann der Zugang erst verifiziert werden, sobald das Einwohnermeldeamt geprüft hat, ob er rechtmäßiger Anwohner ist oder nicht. Dieser Prozess ist nötig, um sicher zu stellen, dass die Beteiligung wirklich nur aus dem Einwohnerkreis stammt. Er wurde aber als schwierig empfunden. Ein Klick soll, laut dem Bürgerfeedback, für die Anmeldung genügen. Ob das technisch und vor allem rechtlich umgesetzt werden kann, bleibt zu prüfen.

Für die Jugendlichen stellte die Anmeldung zu COIN keinerlei Hindernis dar. Das Einreichen der Ideen funktionierte reibungslos und war mit wenigen Klicks erfolgreich geschafft. Und so macht das Beteiligen auch richtig Spaß. Wenn man es erreicht, junge Menschen durch nutzerfreundliche Technik zu begeistern, ist plötzlich auch Regionalpolitik nicht mehr öde.

Kundennahes Feedback ist für uns sehr wertvoll, insbesondere im Zuge des Effectuation-Prinzips. Mit Gärtringen konnten wir unser innovatives Konzept in der Praxis testen und von echtem Nutzerfeedback lernen. Durch diesen Prozess wollen wir COIN nun zielstrebig weiterentwickeln und kontinuierlich verbessern, um unsere Kunden in der Zukunft nicht nur zufrieden zu stellen, sondern vielmehr zu begeistern.

 

Warum wir mit + durch COIN in die Zukunft sehen?

Zukunft geht uns alle an. Zukunft braucht innovative Veränderung. Und die Veränderung braucht einen transparenten Prozess und den offenen Dialog. Unter Bürgern und in den Gemeinden wird viel diskutiert. Wie soll unsere Zukunft aussehen? Welche Rolle spielt die Gemeinde für die Bürger? Wie erleben Menschen in den Gemeinden den Alltag? Diese breite Debatte gibt vor allem Impulse in der Politik aber auch in die Unternehmen. Dabei helfen innovative Konzepte genauso wie der intensive Austausch mit Experten. Gib uns Deine Stimme, wir hören auf Dich, wenn es Dir um Nachhaltigkeit und Innovation geht.

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