von Olaf Schmidt, Geschäftsführer k+k

Ist es wichtig, den Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation zu kennen?

Ja, ist es!

Aus unseren Projekten wissen wir, die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet. Auch wenn Digitalisierung und digitale Transformation viel miteinander zu tun haben, sind sie aber dennoch unterschiedlich. Wo doch digitaler Wandel, Digitalisierung und digitale Transformation in nahezu jeder Unternehmensstrategie zu finden sind, wird klar, dass es ein klares Verständnis über die Begrifflichkeiten braucht.

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit:

Die ursprüngliche Bedeutung von Digitalisierung liegt viele Jahre zurück. Hier ging es um die Umwandlung von analogen in digitale Formate, die by the way, heute schon viele nicht mehr kennen:

  • eine Rechnung einscannen und digital archivieren,
  • eine Videokassette mittels Videograbber auf den PC bringen oder
  • eine Schallplatte mit modernen Schallplattenspielern in eine MP3-Datei umwandeln.

Im Laufe der Zeit hat sich der Gebrauch allerdings verändert. So versteht man heute das rein digitale Erstellen und Bereitstellen von Dokumenten, Bildern, Videos und Tönen als Digitalisierung.

Was bedeutet Digitalisierung im geschäftlichen Kontext?

Spricht man heute im Geschäftsalltag von der Digitalisierung, denkt man zum einen an die Bereitstellung von Dokumenten und Informationen in digitaler Form und zum anderen daran, Prozesse digital abzubilden.

Das Ziel von digitalen Prozessen ist die möglichst vollständige Automatisierung, d. h. das Eliminieren von möglichst allen manuellen Arbeitsschritten. Synonym wird heute auch der Begriff Robotic Process Automation (RPA) dafür verwendet. Sehr deutlich kann man die Automatisierung von digitalen Prozessen bei den großen Versandhändlern wie Amazon und Zalando erkennen.

Die nächste Stufe der Digitalisierung ist, ganze Geschäftsbereiche oder Geschäftsmodelle digital darzustellen – das wird schon von vielen fälschlicherweise als digitale Transformation bezeichnet.

Hier wir noch einmal deutlich, wie wichtig das Verständnis über die Begrifflichkeiten ist.

Was ist denn nun diese digitale Transformation?

Oft treffen wir in unseren Projekten auf die Meinung, dass mit der Digitalisierung und Automatisierung eines Prozesses oder Bereichs bereits die digitale Transformation erreicht wurde. Richtig ist, die Basis der digitalen Transformation ist die Digitalisierung. Hier sind es vor allem die Technologien, die der „digitale Treiber“ sind.

Die digitale Transformation geht aber viel weiter und hat große Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir unser Geschäft betreiben und zukünftig betreiben werden. In diesem Rahmen muss man hinterfragen, ob ein Prozess, ein Geschäftsbereich oder gar das gesamte Geschäftsmodell in der bestehenden Form überhaupt noch benötigt wird bzw. sinnvoll ist. D. h. die digitale Transformation geht über die eben beschriebenen Elemente der Digitalisierung hinaus und beschreibt Veränderungsprozesse, welche durch neue Technologien ausgelöst werden. Damit ist klar, dieser Transformationsprozess ist als dauerhaft zu verstehen. Der Wandel betrifft somit nicht nur Unternehmen, sondern auch die gesamte Gesellschaft mitsamt den Menschen, die darin leben.

Den Kunden verstehen

Nutzerzentrierung heißt das Zauberwort, also den Kunden und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Klingt erst mal simpel, ist aber anspruchsvoll. Abgesehen vom technologischen Fortschritt sind es auch sozioökonomische Faktoren wie z. B. die Überalterung der Gesellschaft und sich verändernde oder neue Wettbewerber, die die Erwartungshaltung der Kunden ändern und das in zunehmender Geschwindigkeit.

Das bedeutet im Besonderen für die Unternehmen, dass sie sich kontinuierlich auf neue, sich verändernde Verhaltensweisen ihrer Kunden ausrichten müssen.

Sechs Fragen die bei der Nutzerzentrierung helfen:

  1. Wie verändern sich Kunden und Gesellschaft?
  2. Welche Technologien werden in Zukunft eine Rolle spielen?
  3. Welche Technologien nutzen die Kunden und Zielgruppen?
  4. Die aktuellen Kundenbedürfnisse sind bekannt?
  5. Sie wissen, welche Produkte und Services Komfort und Mehrwert bringen und können daraus die Bedürfnisse der Zukunft ableiten?
  6. Wird eine aktive und bedürfnisorientierte Kommunikation mit den Kunden betrieben?


Unternehmen digital transformieren

Somit wird klar, dass die Wandlungsfähigkeit von Organisationen ein Kernelement der digitalen Transformation ist. Digitale Transformation ist deshalb kein Projekt, das einen fixen Start- und Endpunkt hat, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess, der Teil der Unternehmensstrategie und der (gelebten) Unternehmenskultur sein muss. Gelebt deshalb, da Wandlungsfähigkeit und Transformation nicht verordnet werden kann.

Fünf Elemente, die helfen, die Mitarbeiter mit ins Boot holen:

  1. Mitarbeiter in die Planung und Umsetzung involvieren
  2. Aus- und Weiterbildung sicherstellen
  3. Transparenz schaffen, indem der Informations- und Wissenstransfer im Unternehmen sichergestellt ist
  4. Etablierung einer Beteiligungs- und Innovationskultur
  5. Moderne Formen von Arbeits- und Zusammenarbeitskonzepten zulassen


Fazit

Die Digitalisierung und die digitale Transformation sind keine Modeerscheinungen, sondern ein dauerhafter Zustand. Die digitale Transformation ist ein sehr breit gefächertes und tief in die Unternehmen eingreifendes Thema, welches sich anhand von sechs Leitsätzen gut beschreiben lässt:

  1. Der technologische Fortschritt beeinflusst das Verhalten der Gesellschaft und die Menschen, die darin leben, mitsamt ihren Wechselwirkungen.
  2. Bei der digitalen Transformation stehen die Kunden mit ihren Wünschen und Bedürfnissen an erster Stelle.
  3. Digitale Transformation ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
  4. Die digitale Transformation muss Teil der aktiv gelebten Unternehmenskultur und Kernelement der Unternehmensstrategie sein.
  5. Das Mindset, die Denkweise von Management und Führung, muss sich vorab für alle sichtbar transformieren.
  6. Die Notwendigkeit und der konkrete Nutzen der digitalen Transformation muss sehr klar definiert, präsentiert und laufend kommuniziert werden.

 

Titelbild: © Victor @victor_g, unsplash.com

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