von Nils Ludwig, k+k Consulting

Die Zukunft der Robotic Process Automation

Mit Robotic Process Automation fuer die Zukunft aufruesten

Kommentar zur Studie von UIPath

UIPath, eines der führenden Unternehmen im Bereich Robotic Process Automation (RPA), beauftragte Mitte letztens Jahres das Marktforschungsunternehmen Forrester Research für eine Studie. Unter „The future of work is still being written, but who is holding the pen?“ wurden die Studienergebnisse nun veröffentlicht. Wir haben uns die Ergebnisse angeschaut und analysiert. Jetzt möchten wir unsere Einschätzung zum aktuellen Stand und den Aussichten mit Euch teilen.

Die Studie 

UIPath hat diesen Monat die Ergebnisse der 2019 in Auftrag gegebene Studie über den zukünftigen Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) veröffentlicht. Für die Studie wurden Direktoren, Manager und Abteilungsleiter aus den Bereichen Herstellung, Handel, Bankwesen und Versicherungen, Gesundheit, Fertigung sowie Energie & Abfallwirtschaft befragt. Insgesamt 270 Personen aus Großbritannien, USA, Frankreich, Deutschland und Japan gaben Auskunft über den Einfluss der Automatisierung in ihrem Unternehmen. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch 10 qualitative Tiefeninterviews, um zu evaluieren, was Unternehmen tun, um die Automatisierung zu fördern, Mitarbeiter auszubilden und Talente zu rekrutieren. Ziel war es so herauszufinden, wie sich Firmen, unter Beachtung von Mitarbeitererfahrungen, besser auf die Zukunft vorbereiten können. Kern der Studie bildete, der Einsatz von RPA in den befragten Unternehmen in den nächsten 12 Monaten. Dabei interessierte vor allem der Umfang und die geplanten Einsatzszenarien.

Die Ergebnisse der Studie

Die Auswertung der Studie ergibt eine hohe Relevanz der Thematik. Mit 86% ist nur das Thema Kundenerlebnis bei den befragten Unternehmen wichtiger. Die Customer Experience ist für die befragten Unternehmen also der entscheidende Fokus in den nächsten 12 Monaten. Jedoch liegt sie bei den hohen Prioritäten nur auf einem unteren Platz. Das wichtige Thema Automatisierung der (internen) Geschäftsprozesse wurde nicht in einer einzelnen Antwortoption angeboten, versteckt sich aber in Punkten wie Kostenreduktion (wichtig für 83%), Verbesserung des Change-Management-Prozesses (81%) und Verbesserung der Innovationsfähigkeit (78%). Eindeutiger sind die Ergebnisse, wenn nur die Top Prioritäten miteinander verglichen werden. Hier liegt mit 55% ganz klar die Verbesserung der Change-Management-Prozesse vorne, dicht gefolgt vom Erfahrungsausbau der Mitarbeiter (51%). Die Ergebnisse veranschaulichen schön, wie Automatisierung und intelligente Technologien die Zukunft der Arbeit global beeinflussen und welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben.

Unsere Schlussfolgerungen

Was wir aus den Ergebnissen der Studie aufgreifen ist vor allem die Erkenntnis, dass die Automatisierungsrate in Unternehmen schneller steigt, als das Wissen. Jedoch wird dieses zur Unterstützung der automatisierten Prozesse dringend benötigt. Hier setzen wir mit unserem KI-Bootcamp an. Wir wollen nicht nur die Prozesse in Unternehmen automatisieren, sondern die Mitarbeiter dazu befähigen zu verstehen, wie die Technologien dahinter zusammenspielen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auf jeden Fall der unglaubliche Mehrwert, den Unternehmen durch RPA sehen. Diesen Mehrwert und damit verbunden auch das Thema Anstieg der Automatisierung und erhöhte Kompetenzbedarfe sehen wir bei uns gleichermaßen. Deswegen ist es uns so wichtig, unsere Kunden ganzheitlich zu begleiten und das beginnt bei uns schon bei den Vorüberlegungen eines KI-Projektes.

Auch die Anzahl der Berufe die von Automatisierungen betroffen sein werden, stimmt mit unseren Ansichten überein. So wird es kaum einen Beruf geben, der in Zukunft gleichbleibt. Wir gehen davon aus, dass neue Berufe durch Prozessautomatisierung geschaffen werden, viele Berufe sich verändern und einige verschwinden, aber kaum ein Beruf wird von der Automatisierung unberührt bleiben. Den Schwerpunkt sehen wir insbesondere in der Geschäftsprozess- und IT-Automatisierung. Hier hilft RPA dabei, sich von stupiden und repetitiven Aufgaben zu „befreien“ und sich auf die spannenden und komplexen Themen fokussieren zu können oder die, bei denen menschliche Qualitäten gefordert sind, wie beispielsweise im Kundenservice. Wenn Unternehmen diese eintönigen und wiederkehrenden Aufgaben nicht automatisieren, werden sie zukünftig Probleme haben, sich am Markt zu halten. Das liegt daran, dass dann Menschen diese Arbeit zu höheren Kosten und mit niedrigerer Qualität ausführen müssen.

Natürlich sehen hier auch viele eine Gefahr. Die Angst vor dem Jobverlust darf nicht unterschätzt werden. Gerade deswegen ist es so wichtig, Kompetenzlücken zu schließen. Nur so kann der Mehrwert durch die Automatisierung maximiert werden. Eine offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe ist uns deshalb auch in all unseren Projekten wichtig. Geschäftsprozessautomatisierung setzt Kapazitäten frei, die ein Unternehmen nutzen kann, um sich auf die kommenden Herausforderungen wie digitaler Wandel zu fokussieren.

Überrascht hat uns bei der Studie der Fokus der Unternehmen. Die Wichtigkeit des Kundenerlebnis über die der internen Prozessoptimierung zu stellen, halten wir für fraglich. Vielmehr gehen wir davon aus, dass die Automatisierung der internen Geschäftsprozesse das dringlichste Anliegen darstellt, da so Freiräume und Kapazitäten geschaffen werden können, die dann auch dem Kundenerlebnis zugutekommen.

Unser Fazit

Die Schlüsse, die wir für unsere Arbeit aus der Studie ziehen sind ganz klar: Es muss noch mehr Aufklärungsarbeit zum Thema RPA geleistet werden. Wichtig für uns ist es, den Unternehmen zu zeigen und zu erklären, warum sie sich auf ihre internen Prozesse fokussieren sollten anstatt erstmal auf „Customer Experience“. In Anbetracht des Fachkräftemangels müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie ihre internen Ressourcen von repetitiven Tätigkeiten entlasten können um sich verstärkt auf zukunftsweisende Themen fokussieren zu können. Das kann dann durchaus auch die Verbesserung des Kundenerlebnisses sein. Deshalb bieten wir ein ganzheitliches Modell von der Beratung über die Umsetzung hin bis zur Kontrolle und Verbesserung der Prozessautomatisierung.

 

Titelbild: © besjunior, adobe.stock.com

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