von Mathias Seipel, k+k Consulting

Augmented Reality – Wohin geht die Reise?

Was AR-Anwendungen heute schon können

Dein Citytrip im Jahre 2025: Du hast keinen Reiseführer im Gepäck. Stattdessen verlässt Du Dich auf die neueste Augmented Reality Lösung. Sie ist Dein „Personal Guide“ durch die Stadt! Dies könnte schon bald keine Wunschvorstellung mehr sein. Der stetige Entwicklungsgrad von AR ist sehr hoch. Viele vorhandene Modelle untermalen die Experimentierfreudigkeit und Euphorie der Branche. Auf vielfältige Weise kann Augmented Reality schon heute unseren Alltag mit Mehrwerten anreichern. Der tatsächliche Durchbruch steht dieser Technologie aber erst noch bevor.

Du bist zum ersten Mal in dieser Stadt und hast keinen blassen Schimmer, was es zu sehen gibt, wo du übernachten oder essen wirst. Kein Problem! Alles, was du für einen gelungenen Urlaub brauchst, trägst Du in der Hosentasche. Du lässt Deine Smartphone-Kamera über die Straße schweifen, durch die Du gerade schlenderst. Es zeigt dir das Museum in der Seitenstraße an, dass Du ohne Hinweis nie wahrgenommen hättest. An der nächsten Ecke schlägt es Dir ein gemütliches Hotel vor. Die angezeigten Bewertungen sind hervorragend und Du buchst Dir ein Zimmer via Knopfdruck. Jetzt hast Du Hunger und willst ein regionales Gericht probieren. Durch die direkte Anzeige, über die Restaurants in der Nähe, kommst du schnell zu einem leckeren Abendessen. Es lebe Augmented Reality!

Was ist Augmented Reality überhaupt?

Augmented Reality ist eine „Erweiterung der Realität“ durch computergestützte Inhalte. Sie spricht alle menschlichen Sinne gleichermaßen an. Meistens wird Augmented Reality, oder kurz AR, zur besseren visuellen Darstellung von Informationen verwendet. Diese werden durch Endgeräte wie Smartphones oder Overhead-Displays abgebildet. So kann die Realität durch Bilder, Videos oder 3D-Objekte erweitert werden.

AR findet im Alltag schon sehr viele Anwendungsbereiche wie z.B. in Nachrichten- oder Unterhaltungsprogrammen, in Simulationen, in der Architektur, Bildung oder Navigation. Bei Fußballübertragungen veranschaulichen Ein- bzw. Überblendungen beispielsweise die Spielzüge. So kann der Zuschauer etwa die Entfernungen von Freistößen zum Tor oder Abseits-Entscheidungen in der Wiederholung besser nachvollziehen.

Die wichtigste Unterscheidung zu Mixed Reality ist, dass die Inhalte lediglich in die Realität eingeblendet werden, aber mit dieser nicht aktiv interagieren.

Euphorie vorhanden, Akzeptanz fraglich

AR-Anwendungen bieten viele innovative und spannende Möglichkeiten. Das Interesse ist sehr präsent. Die größten Vorbehalte gegenüber dieser Technologie bestehen bei den Kosten und ihrem effektiven Nutzen. Die zentralen Fragen, die sich hierzu aufdrängen: Können und werden die Endnutzer die generierten Mehrwerte in ihrem täglichen Leben voll ausschöpfen? Oder wird der „Wow-Effekt“ nur von kurzer Dauer sein?

Die technologischen Möglichkeiten brauchen auch Aufmerksamkeit, um den Durchbruch anzusteuern. Damit Nutzen bzw. Nutzbarkeit von AR sichergestellt sind, müssen die Anwendungen auch zum festen Bestandteil unseres Handels werden.

Product Placement mit echtem Mehrwert

Einige Anwendungen nutzen das AR-Potential für ihre spezifische Zielgruppe bereits in einem hohen Maße. Anhand diverser Apps ist eindeutig zu erkennen, wie weit diese Technologie schon entwickelt ist. IKEA Place erlaubt es dem Nutzer beispielsweise die neue Couch bereits vor dem Kauf im eigenen Wohnzimmer zu platzieren. Die Lern-App JigSpace will Wissen über 3D-Modelle vermitteln. Und mit Mercedes cAR können Automobilliebhaber die Lackierung, die Felgen oder das Interieur Ihres zukünftigen Wagens spielerisch testen – und sogar eine virtuelle Probefahrt unternehmen.   

Diese Anwendungen integrieren die virtuellen Inhalte schon sehr gut in der realen Welt. Sie verfügen über viele Funktionalitäten wie etwa:

  • das exakte, logische Positionieren und Darstellen im Raum (je nachdem wie man die Kamera ausrichtet, sucht sich das System selbstständig reale Flächen, an die das virtuelle Objekt angeheftet wird, etwa ein Tisch oder die Wand)
  • die Qualität (eine qualitativ-hochwertige Darstellung)
  • freies Positionieren oder Rotieren von Gegenständen
  • die Anpassung von Größe oder Materialbeschaffenheit nach den persönlichen Wünschen
  • last but not least: die digitale Interaktion mit der realen Welt.

 

Letztendlich stellt sich die Frage, wie sich durch Augmented Reality die Verkaufszahlen der präsentierten Produkte langfristig verändern werden.

Lösungsansätze von morgen schon heute nutzen? Definitiv!

Zurück zum eingangs erwähnten Beispiel vom Städtetrip. Wo Printmedien an ihre Grenzen stoßen, ist die erweiterte Realität Dein Reiseführer 2.0. Nie wieder begrenzte oder veraltete Informationen zu Deinem momentanen Aufenthaltsort! Genau dort, wo das Druckexemplar früher nicht mehr Details hergab und Du gerne mehr wissen wolltest, kannst Du mit AR viel tiefer eintauchen.

Augmented Reality in Verbindung mit einer GPS-basierten Ortung liefert Dir zur richtigen Zeit, für den richtigen Ort die gewünschten Informationen. Durch eine Umkreissuche von möglichen Reisezielen, werden Dir über die Kamera Deines mobilen Endgeräts alle „Points of Interest“ (sowie die passenden Informationen) sofort mit wenigen Klicks angezeigt. Die Barriere für die Grenze von konventionellen Reiseführern kann vollständig kompensiert werden. Alle Informationen werden Deinem aktuellen Standort angepasst und spezifisch bereitgestellt.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin

Nicht nur im Freizeitbereich können AR-Anwendungen eine große Hilfe sein. Es können viele Branchen von der Technologie profitieren, etwa die Medizinbranche. Die wichtigste Frage, die sich in diesem Kontext stellt: Wo schafft die Technologie einen Mehrwert im Erleben, im Verständnis und in der praktischen Anwendung?

Die AR-Anwendung „Insight Heart“ von ANIMA RES kann beispielsweise Herzkrankheiten veranschaulichen. Sie soll damit die medizinische Ausbildung vereinfachen. Statt rudimentärer Landing Pages und simplen Videos, soll Wissenstransfer, dank AR, erlebbar und interaktiv sein. Der Einsatz von gedruckten Patientenakten, kann durch solch ein interaktives, visuelles AR-Erlebnis ergänzt bzw. komplett ersetzt werden. Die Informationen werden nicht statisch und nicht veränderbar dargestellt.

„Virtuelle Operationssäle“ sind - vor allem langfristig - für Patienten interessant. Dadurch kann eine Behandlung schneller, effizienter und sicherer ablaufen. Am Imperial College London wird AR schon für operative Eingriffe an Blutgefäßen, Knochen und Muskelgewebe eingesetzt.

Einsatzmöglichkeiten von AR bei Operationen

Wer am Ball bleibt hat mehr vom Spiel…

Niemand kann mit Gewissheit sagen, was die Zukunft für diese Technologie bringen wird. Sicher ist allerdings, dass sich Augmented Reality rasant weiterentwickelt. Ob sich AR für die breite Masse durchsetzen wird, ist im Moment fragwürdig. Allerdings ist davon auszugehen, dass die „Großen“ (Apple, Google, Facebook, Microsoft und Amazon) den AR-Weg langfristig ebnen und prägen werden.

Das Verständnis der Technologie wird von Tag zu Tag präsenter und festig sich stetig. Die Potentiale der Technologie bestimmt letztendlich die Auseinandersetzung und das Ausprobieren der Technologie. Wir müssen in neuen Anwendungsformen denken und Ansprüche an die Messbarkeit erheben, um langfristig dem Trend gerecht zu werden.

Wer durch Lösungsansätze von morgen nicht überrascht werden will, sollte jetzt handeln. Es ist an der Zeit, neue Wege zu beschreiten, weiter zu denken und auch Experimente zu wagen. Denn nicht umsonst heißt es: wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

 

 

Titelbild: © Stockwerk-Fotodesign, stock.adobe.com

Bild im Fließtext: © ekkasit919, stock.adobe.com

Sei mutig, komm mit auf die Reise!

„Wenn einer eine Reise tut, …“ - dann kann er was erleben!

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